Über einestages

1861

150 Jahre Telefon Bei Anruf ausgelacht



9 Diskussionsbeiträge zu diesem Thema

Letzter Beitrag:

Leo Stern

27. Oktober 2011, 10:47
Hallo Herr Frank, Meucci hatte Fernsprechapparate gebaut die auch im praktischen Einsatz waren, wenn auch nicht als Fernsprecher sondern als Hausinstallationen. Bells Arbeiten basierten alle auf den Geräten die er in Meuccis Haus vorfand.

Lesenswert: mehr...

Anne Fischer
22. Oktober 2011, 17:10
Nun ja, das Reiss'sche Telefon. Zunächst het Reiss die Idee vermutlich von dem Franzosen Bourseul übernommen. Dessen Überlegungen zu einem Kontaktmikrofon, wie es Reiss verwendete, sind irgendwann um 1855 in einer Beilage zu einer Frankfurter Zeitung erschienen.

Wer möchte, kann selbst leicht mit einem Reiss'schen Kontaktmikrofon experimentieren. Es ist nicht schwierig nachzubauen, man braucht nur eine Membran (Luftballonhülle, Frischhaltefolie oder so), ein Metallblättchen, etwas dünnen Draht und eine Nadel als Gegenkontakt.

Man kann damit Sprache übertragen, aber die Verständlichkeit liegt unterhalb dessen, was für eine ernsthafte Anwendung erforderlich ist.
Margit Alm
23. Oktober 2011, 03:06
Ein Deutscher erfindet - ein Amerikaner marketiert.
So ist es manchem erfinderischen Australier auch schon ergangen
Roswitha Ando
23. Oktober 2011, 04:14
Der Artikel unterschägt, dass der Italiener Antonio Meucci bereits 1854 die erste funtionierende Fernsprechverbindung der Welt entwickelt hatte! 1860 führte Meucci sein Telefon erstmals öffentlich vor!
Der Artikel suggeriert, dass Alexander Graham Bell die Erfindung von Philip Reis benutzte, als er 1876 das Telefon zum Patent anmeldete. Es ist weitaus wahrscheinlicher, dass er (wie die Italiener behaupten) die Erfindung von Antonio Meucci "stahl"! Antonio Meucci hatte seine eigene Erfindung bereits 1871 vorläufig zum Patent angemeldet, es fehlte ihm aber das Geld für ein Anmeldung zum dauerhaften Patent. Und auf wundersame Weise "verschwanden" Antonio Meuccis Unterlagen und Gerätsschaften bei der Western Union Telegraph Company.
http://de.wikipedia.org/wiki/Antonio_Meucci
http://it.wikipedia.org/wiki/Antonio_Meucci

Philip Reis hat die Erfindung von Antonio Meucci vermutlich nicht gekannt. Aber dennoch: Im Falle des Telefons scheint italienischer erfindergeist dem deutschen Erfindergeist zuvorgekommen zu sein.
In jedem Fall hatte aber schottischer Unternehmergeist bei der kommerziellen Ausbeutung die Nase vorn.
Manfred Broghammer
23. Oktober 2011, 07:41
Der Verfasser sollte besser recherchieren, denn der wirkliche Erfinder war der Italiener Antonio Meucci.
Jochen Oberle
23. Oktober 2011, 12:22
Guter Artikel, treffende Überschrift. Was auch gerne in den Geschichtsbüchern verbrämt wird: Philipp Reis starb an Schwindsucht. Das ist eine der Krankheiten, die arme Leute ereilte, die sich keine ausgewogene Ernährung leisten können.
Josef Nagler
23. Oktober 2011, 15:35
Elisha Gray hat KEIN Faksimile Gerät erfunden, sondern einen Handschrift-Fernschreiber, wobei zwei Signale über zwei Leiter und Erde kamen. Die verschiedenen Spannungen wurden von zwei Wiederständen abgegriffen, die sich durch die Schreibewegungen der Hand am Mittelpunkt eines W-förmigen Gestänges ergaben. Am anderen Ende waren zwei Spulen in einem Magnetfeld montiert, die wie in einem (späteren) Lautsprecher entsprechend den Stromschwankungen genauso dieselben Bewegungen des “W” Mittelpunktes ergaben wie am Gebergerät.

Am Mittelpunkt des Empfänger "W" war eine Tintenschreibfeder montiert, die nach 5 Zeilen Schrift in einem Tintenloch eintauchte. Später wurde diese Anordnung durch einen Kugelschreiber ersetzt, wodurch auch Kopien möglich wurden, wo vorgedruckte selbstkopierende Mehrfachformulare über das Telefonnetz ausgefüllt werden konnten.

Faksimile Übertragung hingegen beruht auf dem zeilenweisen Abtasten einer Vorlage und der gleichzeitigen zeilenweiser Markierung schwarzer Punkte am Empfängergerät.

Elisha Gray befand seinen "Telautograph" als dem Telefon weit überlegen. wie die heutige Beliebtheit schriftlicher Kurz-Meldungen am Mobiltelefonnetz beweist. Ausserhalb von den USA wurde jedoch der Tastaturfernschreiber späterhin eingesetzt.
Lorenz Frank
24. Oktober 2011, 11:54
Es gibt bzw. gab nicht "den Erfinder des Telefons", viele Forscher und Entwickler haben zur Entwicklung des klassischen Telefons beigetragen.

Reis erfand allerdings den Begriff "Telefon" und sein Apparat zur elektrischen Übertragung von Schall arbeitete digital: Es wurden einzelne Impulse im Rhytmus des Schalls übertragen, aber kein kontinuierliches, dem Schallverlauf entsprechendes analoges Signal.

Ein richtiges Gespräch mit Gegensprechen war nicht möglich, dafür fehlte der Hörer und die Echounterdrückung.

Die Hinweise zu Meucci sind falsch: Es gibt keinen einzigen Beweis, dass Meucci irgendeine elektrische Übertragung des Schalls gelang. Er beschrieb in seinem Patentantrag von 1871 leidiglich eine Schallübertragung mittels eines einzelnen Drahts (ohne Rückleiter) und einem Sprech- und Hörtrichter, vermutlich handelt es sich um eine Version des altbekannten mechanischen Schnurtelefons, bei dem die Schnur durch einen Draht ersetzt wurde. Die mechanische Schallübertragung mittels eines Drahts (auch um Ecken herum) und zwei Trichtern wurde allerdings schon 1665 von Robert Hooke beschrieben.
Markus Döring
24. Oktober 2011, 16:42
@ Josef Nagler: "Die verschiedenen Spannungen wurden von zwei Wiederständen abgegriffen, die sich durch die Schreibewegungen der Hand am Mittelpunkt eines W-förmigen Gestänges ergaben."

Ich nehme mal an, Sie meinen "Widerstände" und "Schreibbewegungen"...
Leo Stern
27. Oktober 2011, 10:47
Hallo Herr Frank, Meucci hatte Fernsprechapparate gebaut die auch im praktischen Einsatz waren, wenn auch nicht als Fernsprecher sondern als Hausinstallationen. Bells Arbeiten basierten alle auf den Geräten die er in Meuccis Haus vorfand.

Lesenswert: http://de.wikipedia.org/wiki/Erfindung_des_Telefons

Neuer Hinweis:

Bitte beachten: Auf einestages können Hinweise nur unter Ihrem Klarnamen veröffentlicht werden.


Sie möchten mitdiskutieren? Melden Sie sich hier an.


Artikelinfos

Im Web verfolgen




Verwandte Artikel

Vergessene Technologien: Riesenohren aus Beton

Mit haushohen Stahlbetonschalen lauschten die Briten in den...

Urvater der Hacker-Szene: Genie und Hörsinn

Er war blind - und ein Genie: Schon mit sieben Jahren...

Telegramme: Als die Welt noch auf Draht war

Ankomme Freitag den 13. +++Stopp+++ Um 14 Uhr +++Stopp+++...


Artikel bewerten

4,5 (15 Bewertungen bisher)


Foto hinzufügen


Mehr aus der Rubrik...


Mehr im Internet



» Album bearbeiten


» Album-Metadaten bearbeiten


» Produktionsansicht