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Philipp Börker
26. Juli 2011, 14:31
Die graphische Benutzeroberfläche lag Anfang bis Mitte der 80er ganz allgemein in der Luft. Schon ein Jahr nach dem Macintosh kam der Commodore Amiga, der dem Apple wiederum weit voraus war (farbige Benutzeroberfläche, 32-Bit-Betriebssystem mit Multitasking, Multimedia-Fähigkeiten)
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Michael Möller
29. Oktober 2008, 13:20
Der Apple Macintosh war aber nicht Apples erster Versuch eines Rechners mit Grafischer Benutzeroberfläche, Maus etc. Vorher musste Apple mit dem Lisa auch erfahren, dass sich Computer für 10.000$ nicht verkaufen lassen, egal wie gut sie sind. Der Macintosh war also im Prinzip eine abgespeckte(z.B. viel weniger Hauptspeicher) und dadurch verbilligte Version.
Anton Gruber
29. Oktober 2008, 13:25
Der Artikel ist in einem wesentlichen Punkt falsch.
Der erste PC von Apple mit graphischer Oberfläche war die Lisa und kam 1983 auf den Markt. Auch sie wurde ein wirtschaftlicher Mißerfolg.
Erst das Nachfolgeprodukt McIntosh wurde ein Erfolg.
Jan Milz
29. Oktober 2008, 13:56
Das Nachfolgemodell des Altos war der Xerox Star, welcher die erste grafische Bedienoberfläche mit einer Schreibtisch-Metapher verfolgte, quasi die Geburt der direkt manipulativen Mensch-Computer-Interaktion. Metaphern als Analogien im Computer wie Ordner oder Papierkorb wurden in Palo Alto entwickelt.
Das Research Center ist heute übrigens auch noch aktiv.
Denny Richter
29. Oktober 2008, 22:02
>Das Nachfolgemodell des Altos war der Xerox Star, welcher die erste grafische Bedienoberfläche mit einer Schreibtisch-Metapher verfolgte, quasi die Geburt der direkt manipulativen Mensch-Computer-Interaktion. Metaphern als Analogien im Computer wie Ordner oder Papierkorb wurden in Palo Alto entwickelt.
>Das Research Center ist heute übrigens auch noch aktiv.
Es stimmt, dass Xerox eine der ersten kommerziellen GUIs hatte und Apple sich viele Inspirationen von da geholt hat, doch die Desktopmethapher, wie wir sie heute kennen, ist erst durch Apple eingeführt worden. Drag und Drop von Dateien. Das Pulldown-Menü am oberen Bildschirmrand. Die Menüleiste. Die Art, wie wir mit der Maus Texte markieren. Der Papierkorb. Sich überlappende Fenser. All das ist erst mit dem Lisa bzw. dem Macintosh entstanden.
Marcellus Buchheit
31. Oktober 2008, 22:59
Die Geschichte von Xerox Parc is so vielfältig und faszinierend, dass man sie nur unzureichend in einem Artikel unterbringen kann. Wer mehr Details möchte, dem sei folgendes Buch empfohlen:
* Michael Hiltzik: Daealers of Lightning - Xerox Parc and the Dawn of the Computer Age
Wer in einem Forschungszentrum oder einer Universität eine bahnbrechende Idee realisiert hat und von allen belächelt wird, dem dürfte dieses Buch besonders hilfreich sein.
Folgende zwei Bücher beschreiben anschaulich den Aufstieg von Xerox, ebenfalls sehr interessant für Liebhaber der Technikgeschichte:
* David Owen: Copies in Second - Chester Carlson and the Birth of Xerox
* Charles D. Ellis: Joe Wilson and the Creation of Xerox
Wie von vielen guten Büchern gab es meines Wissens von allen dreien leider nie eine deutsche Übersetzung.
Wer sich allgemein interessiert, wie es mit Apple, Microsoft, Lotus oder Adobe los ging, der sollte folgendes Buch lesen:
Susan Lammers: Interviews With 19 Programmers Who Shaped the Computer Industry
Dort stehen Interviews mit Andy Hertzfeld (einer der Väter des Macintosh), Bill Gates, John Warnock anderen, die anschaulich zeigen, wie man in den 70igern und Anfang der 80iger Jahren programmiert hat. John Warnock erläutert auch, was mit Postscript bei Xerox Parc schief ging. Das Buch gabs auch mal in Deutsch mit dem Titel "Faszination Programmieren", aber das dürfte noch schwerer zu bekommen sein als das englische Original.
Elim Garak
21. November 2008, 17:05
In der Darstellung des Artikels klingt es, als ob Bill Gates und Microsoft unabhängig von Apple ihr Windows entwickelt hätten. Das ist so nicht richtig.
Apple brauchte Anwendungssoftware -- Textverarbeitung, Tabellenkalkulation etc. -- für Lisa und Macintosh. Dafür wandten sie sich an Microsoft. Microsoft stimmte zu -- unter der Bedingung, daß Microsoft eine Lizenz an der grafischen Benutzeroberfläche erhält.
Ralf Bülow
29. Januar 2010, 14:28
Sooo einfach verlief die Geschichte aber nicht. Außer IBM gab es in den 1960er Jahren z.B. die Firma DEC, die relativ preiswerte Computer baute und ohne Schlips- und Kragenzwang auskam. Zweitens hatte der Alto noch keinen Mikroprozessor, und drittens verkaufte AEG-Telefunken schon ab 1970 Computermäuse, von denen einige in Museen überlebt haben.
Markus Möller
26. Juli 2011, 08:19
Die wahre Geschichte:
http://www.macmark.de/osx_gui.php
Philipp Börker
26. Juli 2011, 14:31
Die graphische Benutzeroberfläche lag Anfang bis Mitte der 80er ganz allgemein in der Luft. Schon ein Jahr nach dem Macintosh kam der Commodore Amiga, der dem Apple wiederum weit voraus war (farbige Benutzeroberfläche, 32-Bit-Betriebssystem mit Multitasking, Multimedia-Fähigkeiten) und dessen Entwicklung begonnen hatte, bevor der Macintosh auf dem Markt war. Home-Computer, die Graphik anzeigen konnten, gab es auch schon seit Jahren (man denke nur an den C-64). Die Mittel standen also zu marktfähigen Preisen bereit und es brauchte nur noch die Umsetzung, die dann auch von mehreren Firmen innerhalb von kurzer Zeit angegangen wurde.
Weil damals im Valley jede Entwicklung eines Computers Aufmerksamkeit und Industriespionage auf sich zog, wurde der Amiga als Spielkonsole entwickelt und nur wenige wussten, dass er tatsächlich zu einem vollständigen Computer entwickelt werden sollte. Die Firmen, die den Trend verschlafen hatten, versuchten dann auch, sich entsprechende Technologie zuzukaufen. So kam es zum Wettbieten um Amiga, das Commodore schließlich gewann.
Obwohl Apple und Commodore technisch sehr fortschrittliche Lösungen zu einem erstmals marktfähigen Preis anbieten konnten, war offenbar schon damals Geiz geil. Microsoft machte auf dem Rücken der "IBM-Kompatiblen" Technik-Dinosaurier letztlich das Rennen.
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