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Nurflügler Hitlers Traum vom Tarnbomber



7 Diskussionsbeiträge zu diesem Thema

Letzter Beitrag:

Adam Gutwein

15. Mai 2012, 00:31
Die Nurflügeltechnologie ist genauso zukunftsträchtig wie ein Zepplin mit Wasserstofffüllung.
Im Falle eine Unfalls können die Passagiere nicht evakuiert werden. Zu wenig Fensterplätze für die Passagiere. Genauso wenig attraktiv wie Zugabteile ohne Fenster. Zu mehr...

Tim Gerdes
11. Mai 2009, 11:26
Was ich mich frage: warum schreiben Sie von einer "absurden" Konstruktion?

Weiterhin kann man ja darüber streiten, ob die Me 163 mit Seitenruder und entsprechendem Leitwerk als Nurflügler durchgeht, meiner Meinung nach und der vieler Publikationen, die ich gelesen habe, ja. Insbesondere die 163a wurde von ihren Piloten ein ausgesprochen gutmütiges und angenehmes Flugverhalten nachgesagt, das leider bei der B etwas verloren ging. Nurflügler mit gutmütigem Flugverhalten, die ohne den Computer als Copilot gut zu fliegen sind gehen also anscheinend doch.
Lars Urban
11. Mai 2009, 13:03
Sehr geehrter Herr Jaeger,

bei der im Deutschen Technikmuseum Berlin ausgestellten Horten Ho II handelt es sich um ein Original!

Sie gehörte zu den Horten- Maschinen, die 1945 in die USA gebracht wurden. In Kooperation mit dem National Air & Space Museum sind dieses und zwei weitere Flugzeuge in Berlin restauriert worden. Dazu kommt noch ein Rumpfmittelteil, dass lediglich gereinigt, gefestigt und konserviert wurde. Abgesehen von besagter Ho II befinden sich die anderen Maschinen inzwischen wieder in Washington D.C..

Eine Aspekt haben Sie vergessen zu erwähnen. Über die praktische Nutzbarmachung des Nurflügel- Flugzeuges hinaus, war es das Ziel der Horten- Brüder, mit dieser neuen Technologie im Flugzeugmarkt Fuß zu fassen, obwohl der "Kuchen" bereits unter den etablierten Herstellern aufgeteilt worden war.
Thorsten Rehberg
11. Mai 2009, 13:37
"Absurde Konstruktion?" "Einziger Nurflügeler, der es je zur Serienreife brachte?" Jetzt mal ernsthaft! Die F117A und die B2A, beides leider Militärflugzeuge, haben doch wohl deutlich bewiesen, daß die Konstruktrion weder absurd war noch ohne Nachfahren ist. Im Gegenteil: Im Kampf um mehr Passagiere bei weniger Treibstoffverbrauch ist die Nurflügeltechnologie noch im Kommen! Der Airbus A380 markiert da eher die (beeindruckende) Grenze des Machbaren im klassischen Flugzeugdesign! Das (technisch) einzige Manko damals war die fehlende Elektronik, um solche Maschinen zu fliegen.
Hans-Gerd Brummel
11. Mai 2009, 19:27
Es ist in der Tat bemerkenswert, dass die Brüder Reimar und Walter Horten es schafften, lediglich unter Zuhilfenahme einiger weniger "Beziehungen", mit der Ho IX das vermutlich fortschrittlichste Flugzeug (und das gleich in mehreren Kategorien: Geschwindigkeit, Steigleistung, Radartarnung) des 2. Weltkrieges in einer Göttinger Garagenwerkstatt zu konstruieren. Von der Konzeption her konnte da kein Entwurf der etablierten Flugzeughersteller weltweit mithalten, dem ebenfalls innovativen Raketenjäger Me 163 fehlte hierzu einfach die Reichweite. Der Unfall mit Totalverlust und Tod des Testpiloten der Ho IX macht aber die tatsächlichen Flugeigenschaften unter Einsatzbedingungen des "Wundervogels" zur Spekulation. Bekannte Testpiloten der Hortensegelflugzeugentwürfe haben sich kritisch zu den Flugeigenschaften dieser eleganten Flugzeuge geäussert (z.B. Rudolf Opitz, der auch die Me 163 geflogen ist). Auch die Nurflügler des US-Konkurenten Jack Northrop waren nach 1945 nicht erfolgreich (ein Prototyp stürzte ebenfalls ab). Erst die Fly-by-wire Technologie mit Steuerungscomputer der jetzigen Stealth-Nurflügler scheint hier endgültig den Durchbruch erzielt zu haben. Fortschrittliche Entwürfe von Verkehrsflugzeugen gehen ebenfalls in Richtung Nurflügel, die Chancen stehen gut, dass dieses Design noch eine glänzende Zukunft vor sich hat.
Zum Leserbrief "Nurflügel mit Seitenruder": Selbst zwischen den Hortenbrüdern herrschte Uneinigkeit, ob die Ho IX als Jäger mit einem Seitenruder versehen werden sollte (bessere Schussplattform).
Zu Bild 2: Die Abbildung zeigt den sechstrahligen Amerikabomber Ho XVIII und nicht die Ho I, ein reines Experimental-Segelflugzeug. Dieses "Verzweiflungsprojekt" der letzten Kriegsmonate war übrigens der Grund dafür, dass während des tödlich verlaufenden letzten Versuchsfluges der Ho IX keiner der Hortenbrüder am Flugplatz Oranienburg anwesend war.
Nach dem zweiten Weltkrieg versuchten die Hortenbrüder, die Nurflügeltechnik weiterzuentwickeln und zu etablieren, was Ihnen letztlich nicht gelang. In den USA wird der Nurflügel (Flying Wing) mit dem Namen Jack Northrop gleichgesetzt, die Hortenbrüder sind dort nur wenigen Insidern bekannt.
Björn Schwenzer
11. Mai 2009, 20:09
Die Me163 verfügt über ein Seitenleitwerk und ist damit kein Nurflügler. Dadurch zeigt sie übrigens auch ein entsprechend stabileres Flugverhalten.

Mir fehlt im Artikel noch der Hinweis, dass ein wesentlicher Vorteil der Nurflügelkonstruktion ein im Vergleich zu konventionellen Ansätzen deutlich verringerter Widerstand ist (insbesondere Interferenzwiderstände).

Kein Zweifel, die Horten-Brüder waren ihrer Zeit weit voraus.
Maik Swoboda
12. Mai 2009, 13:04
Der von Horten vorgesehene, sprungfederbetrieben Schleudersitz, wurde von Rechlin als unzureichend beurteilt und sollte durch einen Katapultsitz mit Sprengkartusche ersetzt werden. Die Beimischung von Kohlestaub als Anti-Radar-Maßnhame ist reine Spekulation. Es sind zahlreiche Dokumente über die Entwicklung der Ho IX überleifert, in keinem einzigen steht etwas über Maßnahmen zur Radartarnung oder zur Ortbarkeit mittels Radar. Die Beimischung von Kohlenstaub scheint auch beim Bau ander Flugzeuge üblich gewesen zu sein. evtl. um Material zu sparen. Derzeit entsteht bei National Geographics eine Dokumentation zum Thema Radarortbarkeit der Ho 229 für die bei Northrop sogar die Ho 229 V 3 in 1:1 nachgebaut wurde. Sie soll mit alten britischen und modernen Radargeräten untersucht werden. Die Sendung soll im Juni oder Juli in USA/Kanada ausgestrahlt werden. Unter der Holzschicht der Ho 229 verbarg sich im Mittelstück ein Rohrgerüst, in den Flügeln waren große Metalltanks eingebaut - ob das bei der Northrop-Attrappe genau so der Fall ist, ist mir nicht bekannt. Auch nicht ob eine Leim-Kohlestaubmischung verwendet wurde. Auf das Ergebnis der Untersuchungen, zu denen auch ein Vergleich mit der B-2 gehören soll darf man gespannt sein.
Adam Gutwein
15. Mai 2012, 00:31
Die Nurflügeltechnologie ist genauso zukunftsträchtig wie ein Zepplin mit Wasserstofffüllung.
Im Falle eine Unfalls können die Passagiere nicht evakuiert werden. Zu wenig Fensterplätze für die Passagiere. Genauso wenig attraktiv wie Zugabteile ohne Fenster. Zu große Flugzeuge für Flughäfen, da alles nur im Flügel Platz finden muss. Größere Abstände bei Start und Landung, aufgrund größerer Turbulenzen und Anfälligkeit dafür. Mögliche technische Lösungen würden die Vorteile des geringeren Verbrauchs um ein vielfaches übersteigen.

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