Michael Rudloff
31. Okt 2009, 14:38
Der allgegenwärtige Hinweis auf den "grauen Alltag", die "Tristesse" der DDR, von dem sich die Bürger hin und wieder ablenken durften, darf offenkundig niemals fehlen und nervt nur noch. Wie ein "freigesetzter" Mitarbeiter von Quelle oder NOKIA den Alltag in der heutigen Gesellschaft empfindet, spielt in dieser einseitigen Propaganda offensichtlich keine Rolle.
In den achtziger Jahren der DDR lag das Problem des Konsums auch nicht - wie in diesem Artikel behauptet - in den leeren Portemonnaies, sondern vielmehr in einem Kaufkraftüberschuß, dem keine Warendeckung gegenüberstand. Nicht die Bezahlung war das Problem, sondern die mangelnde Verfügbarkeit gesuchter Artikel, für die es einen Schwarzmarkt gab. Mit Delikat- und Exquisit-Läden sollte staatlicherseits der Geldüberhang abgeschöpft werden, was zum Ende der achtziger Jahre an seine Grenzen stieß.
Sylvia Götting
1. Nov 2009, 16:59
@ Michael Kressner: [quote]"Wo ist der Vergleich zur Werbung in Westdeutschland im gleichen Zeitraum?"[/quote]
Schon mal den Titel des einestages-Beitrags gelesen? Der Titel heiszt "DDR Werbung - König Kunde kauft im Konsum" und nicht "Vergleich der Werbungen der BRD und DDR"
[quote]"Was in dem Bericht dargestellt wurde hat wenig mit dem zu tun was am Ende der Planwirtschaft stattfand"...[/quote] --> Der Titel heiszt "DDR Werbung - König Kunde kauft im Konsum" und nicht "Vergleich zwischen Werbung in der DDR und dem, was am Ende der Planwirtschaft stattfand". Man korrigiere mich, wenn ich mich irre: Aber das Ende der Planwirtschaft kam mit dem Ende der DDR, und das war 1990; die Werbung in der DDR endete aber schon ca. 15 Jahre davor (siehe zweitletzten Absatz in dem Artikel); beides miteinander zu vergleichen, ist daher unsinning, und diesen Anspruch hatt der Artikel vom Titel her auch gar nicht.
@ Michael Rudloff: [quote]"Wie ein "freigesetzter" Mitarbeiter von Quelle oder NOKIA den Alltag in der heutigen Gesellschaft empfindet, spielt in dieser einseitigen Propaganda offensichtlich keine Rolle."[/quote] --> Siehe Titel des einestages-Beitrags. Was Nokia- oder Quelle-Angestellte von heute mit einer nicht mehr existierenden DDR und ihrer Werbung aus den 50er/60er Jahren, als viele der genannten Angestellten wahrscheinlich noch nicht oder gerade erst geboren waren, zu tun haben sollen, erschlieszt sich mir nicht. Kritik also völlig am Thema vorbei.
[quote]"In den achtziger Jahren der DDR lag das Problem des Konsums auch nicht - wie in diesem Artikel behauptet - in den leeren Portemonnaies, sondern vielmehr in einem Kaufkraftüberschuß, dem keine Warendeckung gegenüberstand."[/quote] --> Tut mir leid, ich kann den Absatz nicht finden, in dem behauptet wird, dass in den 80er Jahren das Problem des Konsums nicht an den leeren Portemonnaies lag. Welcher Absatz ist das denn?
@ Michael Rudloff: [quote]"Der allgegenwärtige Hinweis auf den "grauen Alltag", die "Tristesse" der DDR, von dem sich die Bürger hin und wieder ablenken durften, darf offenkundig niemals fehlen und nervt nur noch."[/quote] --> Was nervt, sind diejenigen Leser (und hier gibt's gelich zwei davon), die in ihren Beiträge völlig am Thema/Titel vorbeikritisieren und Dinge miteinander verbinden, die nichts miteinander zu tun haben.
:-)
Ansonsten verweise ich auf Zusatz-"Literatur" in Form eines Films: "Der flotte Osten" ([url=http://www.zweitausendeins.de/filmlexikon/?wert=20900&sucheNach=titel&CT=1]2001 Filmlexikon[/url]). Zitat der Inhaltsangabe gemäsz Link: "Zusammenschnitt von Werbefilmen, gesundheitlichen Aufklärungsfilmen und Wochenschau-Schnipseln aus der DDR der 60er Jahre, der zwar vom Real- über den Puppentrick- bis hin zum Zeichentrickfilm interessante Einblicke in die gestalterischen Möglichkeiten des Werbefilms offenbart, aber durch seine konzeptionslose, technisch unzulängliche Gestaltung und ständige inhaltliche Wiederholungen auf die Dauer ermüdet und nur ansatzweise den "Zeitgeist" jener Jahre widerspiegelt. (TV-Titel: "Der flotte Osten")"
Und wer denn unbedingt mit der BRD im ungefähr gleichen Zeitraum vergleichen möchte, für den sei "Rendezvous unterm Nierentisch" genannt ([url=http://www.zweitausendeins.de/filmlexikon/?wert=797&sucheNach=titel&jsessionid=f830c82be5005776114d&load=12001 Filmlexikon[/url]). Zitat der Inhaltsangabe gemäsz Link: "Ein aus Kino-Werbung, Wochenschaumaterial, Parteien-Reklame und Kulturfilmen montierter Collage-Film über die 50er Jahre in der Bundesrepublik Deutschland mit Wirtschaftswunder, Verdrängung der Vergangenheit, Spießermoral und Wiederbewaffnung. Eine auf vordergründigen Jux hin angelegte schrill-schräge Revue, die zuwenig analytische Kraft besitzt, um als aufschlußreiches Zeitdokument gelten zu können."
Ausschnitte davon gibt's bei [url=http://www.youtube.com/results?search_query=Rendezvous+unterm+Nierentisch&search_type=&aq=f]Youtube[/url].
Sylvia Götting
3. Nov 2009, 12:25
Herr Angermüller,
"Die Mängel der Planwirtschaft lagen nicht in der Kaufkraft.", schreiben Sie. Indirekt schon, denn wenn einem erheblichen Teil der Kaufkraft kein Warenangebot gegenübersteht, ist diese zu hohe Kaufkraft ein Mangel der Planwirtschaft - Mangel jetzt nicht im quantitativen, sondern im qualitativen Sinne (oder auch:schlecht geplant).
Nun würde mich mal interssieren, woher denn die zu hohe Kaufkraft kam. Ganz platt gesagt: Wenn keine Warendeckung vorhanden war, konnten doch auch keine Waren verkauft und damit Geld verdient werden. Woher also kommt das "überschüssige" Geld in den Portemonnaies? Wurde soviel des täglichen Lebens in der DDR subventioniert, dass die Bürger "zuviel" Geld übrig hatten? Ich kann mir nicht vorstellen, dass in der DDR hohe Löhne gezahlt wurden, wovon auch? Wo keine Waren umgesetzt werden, kann nichts verdient und als Löhne zurückgegeben werden. Ich gehe auch nicht davon aus, dass es in der DDR einen entwickelten Dienstleistungssektor gab, in dem viel Geld hätte verdient werden können.