Über einestages

1942-1944

Fotofund aus dem Zweiten Weltkrieg

Das Geheimnis des fliegenden Auges



14 Diskussionsbeiträge zu diesem Thema

Letzter Beitrag:

Christian-Alexander Wäldner

28. Februar 2010, 23:07
Sehr geehrte Damen und Herren,

aufgrund eigener Recherchen kann ich zum vorliegenden Falle etwas beitragen:

Karl Johannes Hähle (Vornamensschreibweise so richtig) hat am 09.01.1940 in Chemnitz geheiratet; er ehelichte die Kontoristin Johanna Ilsetraut M. (bekannten Nachnamen mehr...

Denk Manfred
22. Februar 2010, 13:37
Grauenvoll sind die Bilder von den Massakern der SS in der Ukraine. Wie pervers muss man sein, um ganze Familien mit Kindern einfach abzuknallen.
Wichtige Beweisfotos für Ewiggestrige, die solche Aktionen abstreiten wollen. Es zeigt den barbarischen Abstieg eines "Kulturvolks", verursacht durch eine perverse Rassenideologie!
Michael Bieber
22. Februar 2010, 14:15
Bei Bild Nr. 6 steht zu lesen: "Johannes Hähle hier im Mai oder Juni 1945 bei Charkow"

Das (1945) kann nicht sein, denn zu diesem Zeitpunkt waren keine Nazi-Truppen mehr in der Sowjetunion, sondern die Rote Armee in Deutschland...
Redaktion einestages
22. Februar 2010, 15:06
Danke, das ist natürlich ein Tippfehler und muss heißen "1942" - inzwischen korrigiert.
Richard Waltereit
22. Februar 2010, 15:43
Beim Betrachten dieser Bilder, besonders derheute veroeffentlichten, musste ich an den Roman "Die Wohlgesinnten" von Jonathan Littell (2006) denken, in dem einige der von Haehle fotografierten Ereignisse, insbesondere auch das Massaker von Babij Jar, aus einer fiktiven Taeterperspektive beschrieben werden. Der Blick ist aehnlich.
Stefan Bauer
22. Februar 2010, 20:14
Nach dem Lesen des Artikels habe ich mich gefragt, ob alte Kriegsbilder ggf. doch für manch einen noch interessant sein könnten? Mein Opa hat mir eine Reihe von Kriegsbildern von der Ostfront und Frankreich vererbt. Zu sehen ist u.a. ein Gefangenenlager, aber auch Bilder vom Alltag der Soldaten und offensichtlich auch höhergestellte Offiziere. Kann man sowas dem Bundesarchiv anbieten, oder gibt es dort schon zu viele solche Bilder?
Eugen von Arb
22. Februar 2010, 20:58
Grauenvoll, ganz furchtbar diese Hinrichtungsbilder...

Und trotzdem oder gerade darum ist es wichtig, Herkunft und Autor jedes einzelnen Bildes genau zu identifizieren.
Ruben Schmidt
22. Februar 2010, 21:48
Das sind unglaublich schockierende Bilder; ganz besonders eindrücklich für mich waren die Bilder von den Menschen in Lubny - diese Bilder zu sehen (besonderds die Porträtfotos) und gleichzeitig zu wissen, dass all diese Männer, Frauen und Kinder gleich ermordet werden macht so unvorstellbar traurig und zudem so unbegreiflich, wie die deutschen Soldaten sich bei solchen Verbrechen hinter einem Befehl oder der "Gehirnwäsche" verstecken konnten.
Redaktion einestages
23. Februar 2010, 09:47
@Stefan Bauer: Es gibt am Jena Center Geschichte des 20. Jahrhunderts der Uni Jena ein Forschungsprojekt über "Privatfotografie der Wehrmachtssoldaten im Zweiten Weltkrieg" (siehe http://www.jenacenter.uni-jena.de/Forschungsprojekte/Privatfotografie_Wehrmacht.html1). Die Leiterin, Dr. Petra Bopp, hat auch eine Wanderausstellung organisiert, über die auch hier auf einestages berichtet wurde: http://einestages.spiegel.de/static/topicalbumbackground/4917/mit_knarre_und_kamera.html. Möglicherweise werden solech Fotos in jena noch gesammelt, jedenfalls können die Wissenschaftler dort Tipps geben, wo solche Nachlässe gut aufgehoben sind.
Paul Kurscheidt
23. Februar 2010, 11:33
Die Bilder 19 und 20 sind weitaus schlimmer als die Bilder der Unmengen an Toten, weil sie das Grauen auf einen so kleinen Nenner bringen, dass man etwas bekommt, was man mit seinem kleinen Verstand annähernd zu erfassen versuchen kann. Wenn ich die Berge von Mordopfern sehe, bin ich ansonsten schlicht überfordert, aber 19 und 20 gehen mir seit gestern nicht mehr aus dem Kopf.
Eugen von Arb
23. Februar 2010, 19:59
Mich haben die oben erwähnten Bilder auch am meisten schockiert.

Was im Kopf des Fotografen vorging, weiss ich nicht. In seiner Biografie steht, er sei bereits 1932 Parteimitglied geworden, woraus ich schliesse, dass er grundsaetzlich mit der NS-Politik einverstanden war.

Mein Grossvater beschrieb 1939 in Briefen, wie schmutzig und zurückgeblieben Polen sei und wie sehr er sich nach seinem schönen und sauberen Deutschland sehne.

Vermutlich sahen diese Menschen die Massenmorde als eine Art "Aufräumen" oder "Reinigung". Ich stelle mir vor, dass sich viele wie eine Art Kolonisatoren (ähnlich den Conquistadoren) vorkamen, sich dazu auserwählt fühlten, eine neue Welt zu gründen - die alte musste dazu einfach erst "beseitigt" werden.

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