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Bhagwan-Bewegung Orgien im Namen des Herrn



38 Diskussionsbeiträge zu diesem Thema

Letzter Beitrag:

Oliver Berghaus

29. April 2013, 18:39
Spannend wie immer...da bemängeln also die meisten Kommentatoren zu Recht, dass der Autorin ganz offenbar schon der Sinngehalt rudimentärster im Artikel verwendeter Begriffe unwichtig ist, und es findet sich dann doch ein aufgeklärter Mensch, der ihr (aus Trotz?) "hervorragende mehr...

Tobias Sgier
13. April 2010, 16:27
Leider sehr tendentiell, sensationsheischend und aus alten Quellen abgeschrieben. Ich bin kein Jünger, aber seine Bücher sind mir eine wahre Quelle der Inspiration und Weisheit. Sicher ein beeindruckender Mensch. Er hat sich früh zurückgezogen und seine Ideen wurden entartet und missbraucht. Einfach mal lesen und nicht gleich verurteilen...
Kay Strathus
13. April 2010, 17:31
Ja, wie geil ist das denn??!!

Nadine Helms, die möglicherweise erst in den Achtzigern geboren ist, hat es geschafft aus den ihr zugänglichen Quellen die alten Zöpfe tendenziöser Haut-den-Bhagwan-Schreibe wieder aus der Mottenkiste hervorzuholen! Wunderschön! Eine Zeitreise in die 80er!

Alleerdings hätte es ja nicht schaden können, zumindest die Fakten mal vernünftig zu recherchieren, liebe Nadine Helms:
Die Dynamische Meditation (mittlerweile so populär, daß selbst Krnakenkassen und Wellness-Center sie im Programm haben) beginnt mitnichten mit Geschrei und endet auch nicht mit Hyperventilation. Die Atemtechnik des schnellen Ein- und Ausatmens durch die Nase ist vielmehr der Anfang der Meditation, die (nicht zwangsläufig) kathartische Phase kommt an zweiter Stelle. Die Dynamsiche Meditation endet mit - Tanz, nicht Zusammenbruch.

Diese aus zweiter Hand destillierte und offensichtlich von keiner eigenen Erfahrung getrübte Beschreibung einer der Osho-Meditationen scheint mir symptomatisch für den Stil und die journalistische Qualität des Artikels von Frau Helms.

Die von Osho vergebenen Sannyasnamen sind übrigens in Sanskrit, nicht in Hindi.

Daß Der Poona-Ashram bereits in den 70ern und 80ern des letzten Jahrhunderts eines der führenden Therapiezentren war, in dessen Gruppen modernste psychologische Ansätze (Jung, Adler, Esalen...) einflossen und das deswegen von den führenden Psychotherapeuten aufgescuht wurde - geschenkt, wenn man so schöne Sachen (ab-)schreiben kann wie "sogenannte Therapiestunden mit bis zur Besinnungslosigkeit um sich schlagenden, heulenden Jüngern und ausschweifenden Sexorgien"

Und die Geschichte von Eva Renzi aus den Archiven der BILD-Zeitungs-Sektenhysterie-Archive hervor zu holen: **GÄHN**, liebe Nadine.

Aber irgendwie auch schön, daß Osho immer noch diese reflexhaften Reaktionen hervorruft, die sich nicht um Fakten scheren, sondern die Vorurteile des common mind bedienen. Das deutet ja auf die nach wie vor superaktuelle Gülltigkeit seiner "Lehre" hin.

Und was Nadine Helms betrifft: setzen und ab in den Grundkurs "Faktenrecherche und neutrale Berichterstattung" der Joournalistenschule!
Vimalesh Christian Buss
13. April 2010, 18:24
Die beste Zeit meines Lebens. Ein Geschenk, bei einem Meister leben zu können. Ich war von 1984 an dabei. Die Zeit mit OSHO hat meinem Leben eine neue Richtung gegeben, so dass die Meditation Teil meines täglichen Lebens geworden ist. Ich bin dankbar, damit ein Fundament bekommen zu haben. OSHO war für mich der Beginn einer Suche, eine Tür zu mir, und die Flamme brennt weiter.....and it goes on and on this sweet sweet song.....
Die Reise hat erst begonnen.
Ein Tipp: Nicht allein auf die Kommentare hören, sondern sich selbst ein Bild machen. Indien ist das Herz der Welt!
Adrian Stangl
13. April 2010, 18:30
http://www.youtube.com/watch?v=-8z1kdAJ7GY
Claus David Grube
13. April 2010, 19:33
In Ihrem Artikel sind leider einige Falschdarstellungen (davon abgesehen, dass Sie nicht ein bisschen unter die Oberfläche schauen (können)).
Bhagwan hat niemals seinen Jüngern Enthaltsamkeit gepredigt. Er hat Awareness gepredigt, Bewusstheit.
Osho hat auf gar keinen Fall seiner "Lehre" abgeschworen oder Bücher verbrannt. Im Umfeld sind aus der Verbindung von Meditation und Therapie interessante Ansätze der Selbst-Entwicklung entstanden.
Wenn man nicht weiß, was ein Erleuchteter ist, kann man Oshos Leben nicht verstehen. Und uns, Sannyasins, auch nicht.
Claus David Grube, Trainer und Buchautor, Sannyasin-Name: Anand Devada
Martin Wienand
13. April 2010, 21:13
>Leider sehr tendentiell, sensationsheischend und aus alten Quellen abgeschrieben. Ich bin kein Jünger, aber seine Bücher sind mir eine wahre Quelle der Inspiration und Weisheit. Sicher ein beeindruckender Mensch. Er hat sich früh zurückgezogen und seine Ideen wurden entartet und missbraucht. Einfach mal lesen und nicht gleich verurteilen...


Da muss ich Herrn Sgier recht geben. Der Artikel ist abgeschrieben. Der Spiegel sollte sich für so etwas zu schade sein.

Osho lesen und seine Meditationen mal selber ausprobieren. Ich kenne nichts besseres gegen Stress oder um mal wieder richtig zu sich selbst zu kommen.
Olaf Göbel
13. April 2010, 21:28
Tja, was soll man dazu sagen? Ein typischer SPIEGEL-Artikel zu so einem Thema. Ich schätze den SPIEGEL sehr, aber zum Thema "spirituelle Sinnsuche" fehlt es leider völlig an den nötigen Antennen, am nötigen Verständnis. Mir scheinen hier nur die alten Vorurteile und Schattenseiten aufgelistet. Da war der Bayerische Rundfunk (!) mit seiner Bhagwan-Doku vor ein paar Jahren schon wesentlich weiter, weil ausgewogener. Klar, gab es einiges Schräges in der Sannyas-Bewegung. Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten. Leider nur wird über das Licht nicht viel geschrieben.
Hier ist m.E. eine Denkweise am Werk, die nicht nur das 'Höhere', das 'Spirituelle' völlig leugnet, sondern auch all jene, die sich der Suche nach dem tieferen Sinn des Lebens verschreiben, unter Generalverdacht der Naivität stellt (oder noch schlimmer). Und jene, die diesen Sinnsuchern Antworten bieten können in dieser Denke natürlich nur Ausbeuter und Psychopathen sein. Wenn die Welt mal so einfach wäre ....
Bernd Rottluff
13. April 2010, 21:52
Der Artikel ist tatsächlich sehr tendentiell. Der Autor hat von der dynamischen Meditation keine Ahnung (irgendwo in der "tertiärliteratur" abgeschrieben?). Da wird in der Meditation nicht "zusammengebrochen", da wird nicht hyperventiliert, sondern zu Beginn intensiv geatmet. Allerdings dient die Meditation zum Abbau angestauter (oft auch aggressiver) Emotionen, aber auch der Verarbeitung seelischer Traumata u. ähnlich. Psychosomatische Kliniken und sogar Reha-Zentren nutzen inzwischen, neben anderen Meditationen von Bhagwan bzw. Osho die "Dynamische".
Der Autor hat sich, scheints, nicht wirklich mit den Inhalten von Osho, wie er später hieß, beschäftigt. Ein Artikel, der die hämischen Vorurteile derer bedient, die sich zurücklehnen und sagen "hab ich doch gewusst". Nicht einmal im eigenen Spiegel-Archiv scheint der Autor nachgesehen zu haben, dort hätte er ein Spiegel-Interview mit eben Bhagwan gefunden, in dem dieser auf die Frage nach dem Luxus gesagt hatte, er wolle lediglich die Öffentlichkeit provozieren, und das sei ihm (Bhagwan) offensichtlich gelungen. er hat in dem Interview auch erklärt, warum die westliche Presse nur auf Luxus und Skandale reagiert. Es gibt Millionen Zeitzeugen, die wissen um was es geht. Und noch eins: Viele öffentliche Personen, darunter sogar der Dalai Lama haben Bhagwan seinerzeit attestiert, dass er Wesentliches zur Aufklärung und zum Guten der Menschheit beigetragen habe. Da nützt es Ihnen auch nichts, wenn sie Berichte von ein paar daneben gegangenen Encounter-Seminaren ausgraben. Aber darauf scheinen Sie ja zu stehen. Wer einmal lügt - Sie wissen ja, oder wer wie hier die Wahrheit verdreht, weil er sich nicht kundig macht, dem glaubt man auch in Zukunft nicht mehr. Ihrem Spiegel glaube ich in Zukunft weitaus weniger als zuvor. Insofern kann ich für diesen Artikel dankbar sein, schützt er mich doch davor Ihrer Berichterstattung ohne weiteres Glauben zu schenken.

Bernd Rottluff
Josef Nürnberger
13. April 2010, 23:14
Ich kann mich meinem Vorschreiber nur anschließen. Leider erschöpft sich die Beschreibung des Phänomens "Bhagwan" weitgehend in äußerlichen Kuriositäten. Es wäre doch sehr interessant, zu ergründen, warum dieser Lehrer eine solche Faszination bei vielen Menschen, auch bei vielen offenbar klar und unabhängig denkenden Menschen, ausgelöst hat. Es ist eine sehr menschenfreundliche, frei machende Spiritualität und Mystik. Das eine oder andere seiner Bücher anzulesen, hätte einen zu dieser Vermutung führen können.
In seinen Schriften steht auch immer wieder, dass er nichts weniger möchte, als Menschen (in einer Sekte) an sich zu binden.
Im Übrigen geht es Bhagwan meiner Meinung nach nicht anders als anderen spirituellen Bewegungen wie dem Christentum, dem Buddhismus oder ähnlichen. In den Medien werden sie hauptsächlich als Kuriositätenkiste dargestellt, bestenfalls wird noch versucht, gesellschaftliche oder politische Werte abzuleiten. Für den eigentlichen Kern geistlicher Gemeinschaften, der die pure menschliche Existenz betrifft, ist im heutigen Journalismus anscheinend zu wenig Sensus vorhanden.
Oliver Whisonant
14. April 2010, 00:00
Och, als ehemaliger Jünger finde ich den Artikel gar nicht so schlecht. Abgesehen von einigen Details auch sachlich recht akkurat.

Bhagwan-Osho war ein extrem intelligenter, gebildeter, redegewandter, witziger Mensch, der außerdem das seltene Talent hatte die Schönheit und Bedeutung alter religiöser Texte, aus christlichen, buddhistischen, hinduistischen und anderen Quellen, in einen modernen Kontext zu setzen, der uns Alt-68ern und Späthippies wie Butter für die Seele runterging. Dort in Poona, in seiner Präsenz und umgeben von so vielen Gleichgesinnten habe ich mich, als damals knapp 20jähriger, zum erstenmal irgendwo Zuhause gefühlt. Der Honeymoon hielt ganz schön lange an, aber in Oregon holte uns die Realität ein, und war´s dann für mich irgendwann vorbei mit dem Traum der großen Kommune. Dennoch möchte ich diese wilde, reiselustige, ungebundene, unvernünftige und aufregende Zeit in meinem Leben nicht missen. Viele Freundschaften, die ich damals vor 25 Jahren geschlossen habe, sind noch heute ein wichtiger Teil meines Lebens, und ich denke an Osho vor allem mit Dankbarkeit.

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